TRIX-Museum von David O´Brien

Bericht und Bilder Dieter Weißbach


Ein wichtiger Programmpunkt der Jubiläumsveranstaltung 75 Jahre TRIX EXPRESS in England im Juni 2010 war natürlich der Besuch des privaten TRIX Museum von David O’Brien. Hier stehen am 13.06.2010 vier Besucher vom Kontinent und freuen sich bereits auf den baldigen Einlass. Einige können es gar nicht erwarten und schauen schon mal neugierig durch das Fenster hindurch …



David O’Brien (im Bild während des wundervollen TRIX-Dinners) sammelt bereits seit 1984 TRIX Modellbahnen. Er hat in dieser Zeit viele besondere und seltene Stücke der TRIX-Geschichte zusammengetragen, darunter auch bemerkenswerte Einzelstücke und Handmuster.

Im Laufe der Jahre kam immer mehr zusammen. David entschloss sich, seine einzigartige Sammlung Besuchern zugänglich zu machen und baute dafür ein eigenes Gebäude. Im Jahr 2007 hat er sein privates TRIX-Museum eröffnet. Es gibt keine vergleichbare Einrichtung, weder beim Hersteller noch in privater Hand.

Das TRIX-Museum liegt in der Grafschaft Warwickshire, zwischen Warwick und Banbury (ca. 50 km südöstlich von Birmingham). Ein Besuchstermin kann mit David per E-Mail vereinbart werden: 071247dj@gmail.com . Es bietet sich an, den Besuch mit einem TTRCA-Treffen zu kombinieren, da viele dieser Treffen in der Umgebung stattfinden.



Dieses stilechte Schild stammt zwar weder von TRIX noch von Bassett-Lowke, erinnert aber dennoch passend an den englischen Modellbahn-Pionier Wenman Joseph Bassett-Lowke, der die Entwicklung der Bing- und TRIX-Bahnen maßgeblich gefördert und beeinflusst hat.


Eine Scheibenradlok 29/51 mit Cow Catcher aus dem Jahr 1935 für den US-amerikanischen Markt.


Der Bahnhof TRIXSTADT in der frühen Variante 21/270 für den englischen Markt aus dem Jahr 1935: Beschriftet mit dem Namen TRIX CITY und noch mit der runden Uhr. Dieser Bahnhof wurde noch in Deutschland gebaut. Sehr bald wurde der Name geändert in TWIN CITY und der Turm bekam eine eckige Uhr; die Produktion erfolgte dann in England.


Eine frühe Version des TRIX EXPRESS-Lokschuppen 20/272 im grünlichen Farbton. Obwohl auf dem Metallschild das Jahr 1937 genannt wird, deuten Farbton und die niedrigen Tore eher auf das Baujahr 1935 hin. In die Lokschuppen des ersten Jahres 1935 konnten nur die Dampflokomotiven einfahren. Nach der Markteinführung der Elektrolokomotive 20/52 (später 20/55) Ende 1935 wurde der Lokschuppen höher gebaut.

Sehr interessant ist aber auch der extrem seltene Wasserturm aus der Kibri-Produktion für den US-Markt am rechten Bildrand, der von 1937 – 1939 gebaut wurde. Er wurde in Deutschland nicht einzeln angeboten, nur in der Kombination mit einem Kran, einer Lampe und einem Kohlenbunker.


Das den meisten Sammlern unbekanntes Blech-Stellwerk 0/48/2 aus der Kibri-Produktion, das stark an das alte Bing-Tischbahn-Stellwerk erinnert. Es besitzt keinen Kibri-Stempel auf der Unterseite.


Zwei englische TRIX TWIN-Holzgebäude aus dem Jahr 1936: Der lange Lokschuppen und der Kopfbahnhof. Dies waren neben dem Güterschuppen die ersten deutlichen Abwandlungen der TRIXSTADT-Serie für den englischen Markt.


Der Prototyp für den englischen Many-Ways-Bahnhof – noch komplett aus Holz gefertigt. Das Hauptgebäude wurde ab 1937 aus Blech, der Turm aus Metallguss produziert. Die Bahnsteige wurden zunächst aus Holz, später aus Blech hergestellt.


Der heute sehr seltene TRIX EXPRESS-Ecktunnel 20/295 aus den Vorkriegsjahren. Leider haben die meisten Exemplare die Kriegs- und Nachkriegsjahre nicht überlebt, weil sie zu sperrig waren und in den kalten Wintertagen im Ofen landeten.


Der TRIX EXPRESS-Figurensatz 30/80 aus dem Jahr 1937 im Originalkarton.


Die TRIX EXPRESS Schnellzuglok 20/57 in der Ausführung ohne Führerhausbeschriftung. David vermutet, dass dies nicht die Ursprungsausführung war, sondern dass sie von 1937 bis 1940 speziell für den Export produziert wurde.


Eine weitere Rarität: Der offene Güterwagen / Kohlenwagen von TRIX EXPRESS für den französischen Markt aus den Jahren 1938/39. Dieser Wagen wurde vom französischen Partnerunternehmen Maison Gobin-Daudé (Rue Beranger, Paris) bereits aus Zinkdruckguss gefertigt und besitzt hier schon die 1939er-Gusskupplung.


Ebenfalls vom französischen Partnerunternehmen Maison Gobin-Daudé wurde dieser Viehwagen 1938/39 produziert. Dieser Wagen ist eine absolute Rarität, weltweit ist nur ein Exemplar bekannt.


Ein TRIX EXPRESS-Transformator aus den Vorkriegsjahren für den französischen Markt. Weitere Bilder von alten Transformatoren gibt es in unserem Beitrag TRIX EXPRESS-Stromversorgung zu sehen.


Die 4-4-0 Pytchley der Hunt Class in LNER Lackierung. Diese Ausführung mit der Nummer 298 wurde vor der kriegsbedingten Produktionseinstellung nur kurze Zeit produziert.


Der Prototyp des zum Förderband passenden Kippwagens (dumper car) aus dem Jahr 1953.


Der Prototyp des TRIX TWIN Meteor-Triebwagen aus dem Jahr 1954. Die Frontpartie wurde für die Serienfertigung verändert.


Die Serienausführung des TRIX TWIN Meteor-Triebwagen aus dem Jahr 1955. Der Zug bekam eine elektrische Hupe und eine geänderte Fahrtrichtungsumschaltung (ein Gleichstromimpuls steuert ein Drehrelais).


Ein sehr schönes Demonstrationsstück: Eine englische Tank loco mit aufgeschnittenem Gehäuse. Diese Lok zeigt sehr gut die Wirkungsweise der TRIX EXPRESS-Fahrtrichtungsumschaltung.


Zum Abschluss noch mal ein Werbeplakat aus dem Jahr 1936 mit dem Altmeister Wenman Joseph Bassett-Lowke zur Einführung der TWIN TRAIN Table Railway in England.


Dieser kurze Streifzug durch das TRIX-Museum kann natürlich nur einen sehr kleinen Teil der vielen Exponate wiedergeben. Er hat aber hoffentlich das Interesse an einem Besuch geweckt. Es gibt viele gute Gründe für eine Reise (bzw. viele Reisen) nach England. Das TRIX-Museum von David O’Brien, die TTRCA-Treffen, die vielen Museumsbahnen, der reale Eisenbahnbetrieb und natürlich das Land selber mit den gastfreundlichen Menschen laden hierzu ein.

Besonderer Dank gilt an dieser Stelle David O’Brien, der keine Kosten und Mühen gescheut hat, diese eindrucksvolle Sammlung zusammenzutragen und sie auch den TRIX-Freunden zugänglich zu machen.



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