62. TRIX EXPRESS Stammtisch Berlin 29.04.2017

Bericht und Bilder Dieter Weißbach


Dieser Bericht ist noch in Arbeit


Unser April-Stammtisch fand diesmal im großen Gemeindesaal der Lindenkirchengemeinde statt. Vielen Dank für die Gastfreundschaft. Schweizer Bahnen lautete das spontan einberufene Thema. Dazu gab es von vielen Marken etwas zu sehen. Es konnten aber auch andere Überraschungen bestaunt werden.


Die TRIX EXPRESS Ae 4/4 255 der BLS am Simplon-Tunnel soll auf das Stammtischthema einstimmen. Allerdings ist diese Kombination nicht korrekt. Warum ?


Der Simplon-Tunnel gehört nicht zum Streckennetz der BLS (Bern – Lötschberg – Simplon-Bahn ). Zunächst denkt man es, steht doch der Simplon im Namen der BLS. Tatsächlich endet die BLS-Strecke in Brig, genauer gesagt vor dem Bahnhof Brig. Der Bahnhof Brig und der anschließende Simplon-Tunnel werden von der SBB betrieben. Deshalb sind die BLS-Loks urspünglich nicht durch diesen Tunnel gefahren. Heute wird das flexibler geregelt, damit möglichst viele zeitraubende Lokwechsel eingespart werden können.


Schweizer Bahnen vieler Marken waren an diesem Samstag auf der Stammtischanlage versammelt. Von links: SBB Ae 6/6 von Fleischmann, SBB Ae 4/4 I von Märklin, BLS-Triebwagen von Piko (nicht realisierte Entwicklung) bzw. als Resteverwertung von M&F sowie ganz rechts BLS Ae 4/4 von TRIX EXPRESS.


Aber zunächst wollen wir über ein besonderes Schaustück berichten.




Kibri Schaustück 52/30 – Zeppelin-Flughafen ca. 1930-32


In den Kibri-Katalogen und einem Faltblatt der Jahre 1930 und 1932 war das Schaustück 52/30 – Zeppelin-Flughafen abgebildet. Es war vorrangig für die Händler als Schaufenster­dekoration gedacht und sollte die Aufmerksamkeit der Käufer erregen. Ein mit einer elektrisch angetriebenen Luftschraube ausgestatteter Zeppelin war an einem Turm aufgehängt und kreiste um den Turm herum. Zusätzlich sorgten viele beleuchteten Artikel für eine eindrucksvolle Zusammenstellung. Auf dem Schaustück befanden neben einigen besonderen Artikeln viele Produkte aus dem regulären Lieferprogramm, die die Händler verkaufen konnten.


Lange hatten wir überlegt, ob man dieses schöne Schaustück wieder auferstehen lassen kann. Dank der Hilfe von Michael und Patrick konnte nun ein erster Probeaufbau auf einer Platte mit provisorischen Sockel erfolgen.

Es fehlen natürlich noch einige Stücke, aber der Anfang ist gemacht. Der seltene Zeppelin-Turm und der Flughafenbahnhof sind bereits vorhanden. Auch einige kleinere Stücke konnten zusammengetragen werden. Die nächsten großen Aufgaben sind der Zeppelin-Hangar und der Gasometer, beide am linken Rand des Prospektbildes zu sehen.

Aber auch dazu gibt es bereits einige Ideen. Wenn man diese Teile nur sehr schwer im Original finden kann, bleibt zunächst nur der Nachbau. Unser Ziel ist, das Schaustück zur großen historischen Modellbahn­ausstellung im Oktober 2017 auszustellen. Lassen wir uns überraschen, wie weit wir bis dahin kommen.




Tischbahn-Nachschlag zum Thema Frankreich


Claudia konnte im März nicht nach Berlin kommen und stellte diesmal noch ein paar interessante Tischbahn-Exponate zum Thema Frankreich am Beispiel der Firma JOUEF aus.

Für uns stellte sie dankenswerterweise eine Kurzbeschreibung zur Firmengeschichte zusammen:

  • Die Firma „Les Jouets Françaises“ wurde 1944 von Georges Huard gegründet.
  • 1945 wurde der erste Blechzug hergestellt, der Autorail „Alger-Tombouctou“. Er hatte einen Gummimotor und fuhr auf orangefarbenen Blechgleisen.
  • 1950 wurde der Firmenname in „Jouef“ geändert.
  • 1952 kam der hier gezeigte Zug „Paris-Rome“ heraus. Die Abteilwagen 1. und 2. Klasse in blau und rot waren aus Blech, die Lokomotive „Diabolique“ aus Kunststoff. Auch dieser Zug fuhr auf orangefarbenen Blechgleisen und wurde von einem Uhrwerk angetrieben.
  • 1954 zweite Version „Paris-Rome“. Nun zog die Uhrwerkslok „Le Presidentiel“ einen Zug auf grauen Blechgleisen. Der Zug führte je einen Abteilwagen 1. und 2. Klasse, sowie einen Schlafwagen (siehe Packung).
  • 1954 gab es auch die ersten Plastikwagen, von einer Uhrwerks-E-Lok auf den grauen Blechgleisen gezogen.
  • 1955 wurde elektrisch gefahren, auf Bakelitgleisen mit Messingschienen. Ganz ähnlich den alten Piko-Gleisen (siehe Packung Sud-Express).
  • 1956 wurde als letzte Uhrwerksversion die Tenderlok 020 auf den Markt gebracht. Sie war derart robust und beliebt, dass sie 40 Jahre lang hergestellt wurde, in einer Stückzahl von über 10 Millionen!
  • Nach 1956 wurde elektrisch gefahren, auf Zweileiter-Gleisen mit Plastikschwellen. Es erschien die dritte Version „Paris-Rome“, gezogen von einer E-Lok und mit Abteilwagen aus Plastik.
  • Zu Jouef gibts eine Menge Zubehör und Gebäude. Das Einzige aus Blech ist das Stellwerk, allerdings in Gemischtbauweise.

    • JOUEF-Zug von 1952 auf orangeroten Schienen


      JOUEF Zugpackung von 1954 mit Locomotive Pacific type Presidentiel


      JOUEF Anleitung Locomotive mecanique


      JOUEF Zugpackungsinhalt Sud-Express


      JOUEF Zugpackungsdeckel Sud-Express


      JOUEF Zugpackungsinhalt Paris-Rome


      JOUEF Zugpackungsdeckel Paris-Rome




      Schweizer TRIX EXPRESS-Bahnen auf der Stammtischanlage


      Eine grüne BLS Ae 4/4 ist auf Gleis 3 des Bahnhofs mit einer Kurswagengruppe aus Frankreich nach Italien eingefahren. Wie wir zu Beginn erörtert hatten, erfolgte die weitere Beförderung durch den Simplon-Tunnel nach Domodossola (Italien) ursprünglich durch eine SBB-Lokomotive. Dort fand dann ein weiterer Wechsel auf eine Lokomotive der FS statt.


      Die TRIX EXPRESS Ae 4/4 255 der BLS in dunkelgrüner / tannengrüner Lackierung. Sie erschien im Jahr 1956 unter der Katalognummer 762 und wurde in dieser Ausführung unter den folgenden Katalognummern 232 bzw. 2232 bis 1964 geliefert. Von 1965 bis 1969 produzierte TRIX eine Lackierungsvariante in „resedagrün“. Dieser Farbton ist beim BLS-Packwagen auf Gleis 2 zu finden.

      Die Ae 4/4 der BLS gilt als Meilenstein bei der Entwicklung laufachsloser Hochleistungslokomotiven. Die ersten beiden Exemplare wurden bereits 1944 gebaut. Bis 1955 folgten weitere sechs Exemplare. 1959 wurden zwei weitere bereits im Bau befindliche Ae 4/4 durch Änderung der Bestellung als Doppellokomotive der Baureihe Ae 8/8 ausgeliefert. Es folgten zwei Nachlieferungen der Doppellokomotive Ae 8/8 sowie der Umbau von vier vorhandenen Einzellokomotiven Ae 4/4 zu zwei Doppellokomotiven Ae 8/8. Damit war die BLS gut gerüstet, um den Schnellzugverkehr und den schweren Güterzugverkehr auf der steigungsreichen Lötschberg­strecke zu bewältigen.

      Weitere Informationen zur Geschichte und den Daten dieser Lokomotiven gibt es im Wikipedia-Artikel BLS Ae 4/4 und im Wikipedia-Artikel BLS Ae 8/8.


      TRIX EXPRESS Ae 4/4 255 der BLS in der Lackierungsvariante „rötliches rehbraun“. gefolgt von der HAG Ae 4/4 II 161 der BLS.

      Bei der BLS besaßen die Elektrolokomotiven bereits in den 1920er Jahren einen braunen Anstrich. Ab 1947 wurden die BLS-Lokomotiven der Baureihe Ae 4/4 zunächst grün lackiert, ab Mitte der 1950er Jahre kehrte man wieder zur einheitlichen braunen Farbgebung zurück.

      Im TRIX EXPRESS-Programm wurde die rehbraune Lackierungsvariante der Ae 4/4 ab 1958 zunächst ebenfalls unter der Katalognummer 762 und später unter den Katalognummern 236 bzw. 2236 bis 1964 geliefert. Von 1965 bis 1969 folgte bei TRIX eine Lackierungsvariante im „hellen kastanienbraun“.

      Das Vorbild des HAG-Modells der BLS Ae 4/4 II 161 wurde ab 1964 als Weiterentwicklung der BLS Ae 4/4 gebaut (später als Re 4/4 bezeichnet). Entwicklungsziele waren die Erhöhung der Dauerleistung und der Höchst­geschwindigkeit. Insgesamt wurde 35 Exemplare dieser Baureihe gebaut. Mehr dazu gibt es im Wikipedia-Artikel BLS Re 4/4.


      TRIX EXPRESS BLS Schnellzugwagen 1. Klasse

      Bereits ab 1956 erschien dieser Schnellzugwagen im TRIX EXPRESS-Programm unter der Katalognummer 20/176. Später wechselte die Katalognummer auf 399 bzw. 3399. Der Wagen war auch serienmäßig mit Beleuchtung und Schlusslicht unter der Katalognummer 20/388 (später 3388) erhältlich.

      Das TRIX EXPRESS-Modell wurde vom bekannten Modellbahn-Pionier Willy Ade konstruiert. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff, der Wagenboden aus Aluminium-druckguss. Der Wagen wurde zunächst in der Farbgebung tannengrün (im Klartext: nicht lackiert) geliefert, später gab es eine Lackierungsvariante in „resedagrün“.

      Einen BLS-Schnellzugwagen 2. Klasse gab es im TRIX EXPRESS-Programm nicht. Beim Vorbild wurden vom diesem Typ zunächst auch nur Wagen 1. Klasse beschafft, die Wagen 2. Klasse folgten später.


      Uwe sondiert die aktuellen TRIX EXPRESS-Angebote im Internetkaufhaus.

      Im Vordergrund stehen zwei TRIX EXPRESS BLS Schnellzugwagen 1. Klasse in der Farbgebung „resedagrün“.


      Diese Coop-Zugpackung ist heutzutage recht selten vollständig und unbeschädigt zu finden. Die Packung aus preiswerter Wellpappe enthält einen von TRIX EXPRESS gelieferten Zug, der bei den Schweizer Coop-Filialen als Treue-Prämie gegen eine Anzahl von vollgeklebten Rabattmarkenheften eingetauscht werden konnte. Es war ein Personenzug und ein Güterzug erhältlich. Die Lok ist eine Gehäusevariante des bewährten V36-Fahrgestells. Die Personenwagen stammen aus der Batteriebahn-Version der „Donnerbüchsen“-Serie, d.h. die Wagen haben eine leichten Blechboden. Auf Puffer und Radlagerblenden wurde aus Kosten- und Gewichtsgründen verzichtet.


      Hier wird der Coop-Zug auf der Stammtischanlage im SPNV – Schienenpersonennahverkehr eingesetzt.

      Die dreiachsige TRIX EXPRESS Elektrolok aus der Coop-Packung wurde von 1961 bis 1965 produziert und besaß die Katalognummer 2237. Das Lokgehäuse ist nach Schweizer Vorbildern gestaltet. Es ist aus dünnem Kunststoff gespritzt und hatte in Kinderhänden eine recht überschaubare Halbwertszeit.


      Dieses elektrische Rangierlokomotive / Industrielokomotive mit der Katalognummer 2238 basiert ebenfalls auf dem Fahrwerk der TRIX EXPRESS V36 und passt auch gut auf Schweizer Modellbahnanlagen. Die Lokomotive wurde von 1962 bis 1972 produziert, ab 1965 konnte der Pantograph aud Oberleitungsbetrieb umgestellt werden. In den Jahren 1967 bis 1985 war diese Lok unter der der gleichen Katalognummer 2238 auch mit rotem Gehäuse erhältlich.

      Im Bild hat die Lok einen Nahgüterzug am Haken, der gerade den Simplon-Tunnel verlässt.


      TRIX EXPRESS offener Güterwagen Essen in grauer Farbgebung.

      Wir sehen die Versionen mit hellbrauner Sandladung (Kat.Nr. 446 und 3446) und ohne Ladung, dafür mit schwarzbraun lackierten Wagenboden (Kat.Nr. 20/84, 416 und 3416).

      Der offene Güterwagen des Gattungsbezirks Essen erschien von TRIX EXPRESS bereits ab 1953 in Spritz­gusstechnik und wurde über zwei Jahrzehnte lang in vielen Varianten produziert. Für Güterzüge süd- und westeuropäischer Bahnverwaltungen gab es auch eine graue Lackierungsvariante.


      TRIX EXPRESS offener Güterwagen Essen in grauer Farbgebung. Im zweiten Bild folgen die Versionen mit schwarzer Kohleladung (Kat.Nr. 20/81 Ko, 415 und 3415) und mit weißer Kalkladung (Kat.Nr. 445 und 3445).


      Von Kohle und Kalk fällt die Überleitung zum Banken- und Immobilien-Geschäft nicht schwer.


      So also sah die Aussenstelle der Sparkasse der Stadt Berlin West in der Schweiz aus. Hier konnte man die notwendigen Finanztransaktionen tätigen, um endlich die Villa im Tessin zu erwerben.


      Die Villa im Tessin steht am Lago Maggiore; ein Duplikat dieser Architektenvilla hat sich Hermann Faller in Gütenbach / Schwarzwald im Maßstab 1:1 gebaut. Im Maßstab 1:87 erschien das Faller-Modell unter der Katalognummer B-27 erstmals 1961. Mehr zu dieser kultträchtigen Immobilie schreibt Wolfgang Renschler auf seiner Seite Faller-Modell B-271 Villa im Tessin.


      Zum Abschluss des TRIX-Kapitels gibt es noch eine BLS-Lokparade im Bahnhof TRIXSTADT Süd.




      Schweizer Bahnen von Märklin auf der Stammtischanlage


      Anselm hat wieder ein schönes Video des Fahrbetriebs auf der Stammtischanlage zusammengestellt.

      Vielen Dank.


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      Schweizer Bahnen anderer Marken auf der Stammtischanlage


      Wir kommen nun zum Rollmaterial des Zweischienensystems.


      Die besondere Rarität war diesmal der BLS-Triebwagen von Merker & Fischer, der auf einer nicht in die Produktion überführte Piko-Entwicklung basiert.


      BLS-Triebwagen von Merker & Fischer bzw. Piko, Seitenansicht


      BLS-Triebwagen von Merker & Fischer bzw. Piko, Detailansicht Seite


      Graue gedeckte SBB-Güterwagen von Piko (links) und Märklin (rechts) im Vergleich.


      Grauer gedeckter SBB-Güterwagen von Märklin


      Grauer gedeckter SBB-Güterwagen K3 von Piko


      Graue gedeckte SBB-Güterwagen von Piko (unten) und Märklin (oben) im Vergleich.


      Zum grauen SBB-Güterwagen von Piko gibt es im Historischen Modellbahnforum eine (Piko-Neuheitenbeschreibung vom September 1962 (siehe Beitrag 12)).


      BLS-Stilleben


      HAG Ae 4/4 II 161 der BLS


      Gert hatte aufgeräumt und Wagen nach französischen und Schweizer Vorbildern von LIMA und JOUEF mitgebracht.





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