Kohlen, Kollektor, Rotor


Auf dieser Seite sollen weitergehende Tips für die Wartung der TRIX EXPRESS-Wechselstrommotoren gesammelt werden.


Der optimale Anpressdruck für die Kohlenkann im Prüfstand ermittelt werden: Die Lok mit den Rädern nach oben in eine Montageliege legen und den Fahrstrom (rd. 1/2 der maximalen Spannung, ggf. runterregeln) mit Krokodilklemmen auf die Schleifer bringen. Nun so lange an beiden Kohlenkappen drehen, bis sich die Räder am schnellsten drehen.

Das Reinigen der Kollektorflächen erfolgt am besten mit einen Glasfaserstift. Anschließend mit einem Zahnstocher die Zwischenräume zwischen den drei Kollektorflächen reinigen. Dabei aufpassen, dass die Drahtanschlüsse der Rotorwicklungen an den drei Kollektorflächen nicht abgerissen werden. Auch die Kohleführungen sollten mit dem Zahnstocher geputzt werden.

Bei dieser Gelegenheit empfiehlt sich die Prüfung der Rotorwicklungen (Läuferwicklungen): Mit den Prüfspitzen eines Multimessgerätes (Einstellung auf Widerstandsmessung, 20 Ohm) über alle drei Kollektorflächenkombinationen den Durchgangswiderstand der Rotorwicklungen prüfen:

  • Wenn der Rotor einwandfrei ist, muss in allen Fällen ein Widerstandswert von 4,1 oder max. 5,2 Ohm angezeigt werden.
  • Wenn der Wert bei allen drei Kollektorflächenkombinationen bei rd. 8 Ohm liegt, handelt es sich um einen Rotor für eine Gleichstromlok. Der muss bei Wechselstrombetrieb ausgetauscht werden. Die TRIX EXPRESS Rotoren für Gleichstrombetrieb wurden mit gelber Farbe gekennzeichnet, bei den neueren Wechselstromrotoren gab es ab 1953 eine rote Kennfarbe. Die Kennfarbe ist aber oft nur schwer erkennbar.
  • Wenn bei zwei Kollektorflächenkombinationen höhere Werte (10 – 12 Ohm) gemessen werden, ist ein Wicklungsanschluss oder eine Wicklung unterbrochen. Prüfen, ob man den Wicklungsanschluss wieder vorsichtig anlöten kann.
  • Wenn gar kein Widerstandswert angezeigt wird, sind alle Wicklungsanschlüsse bzw. Wicklungen unterbrochen bzw. zerstört. Dann muss der Rotor ausgetauscht bzw. neu gewickelt werden.

Bei den Kohlen (Kohlenbürsten) darauf achten, dass immer eine harte und eine weiche Kohle eingesetzt wird. Bei zwei weichen Kohlen verschmieren die Kollektorflächen zu schnell, bei zwei harten Kohlen laufen die Kollektorflächen zu schnell ein. Die Härte der Kohlen kann auf einem Stück Papier geprüft werden (dünner Strich = harte Kohle, breiter Strich = weiche Kohle). Die zwischenzeitlich angebotenen Bürsteneinsätze aus Kupfergeflecht greifen die Kollektorflächen zu stark an und sollten ersetzt werden.

Zu beachten ist, dass die späteren Rotoren ab Mitte 1936, die in einer gegossenen Bürstenbrücke gelagert sind, einen kleinen Absatz in der Rotorweille besitzen. Die früheren Rotoren, die in einer Pertinax-Bürstenbrücke gelagert sind, haben diesen Absatz nicht.

Weiterhin ist zu beachten, das bei den frühen Rotoren die Wicklungsdrahtanschlüsse an den Kollektorflächen sehr empfindlich waren und sogar durch die nicht exakt auf den Achsen fixierten Räder durchgeschliffen werden konnten. Bei den späteren Varianten wurden Blechstege vom Kollektor nach innen zum Rotorzentrum geführt. Dort konnten die Lötanschlüsse der Spulenwicklungen nicht mehr von den Rädern durchgeschliffen werden.



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