Der Bub Tischbahn SVT von 1937

Bilder und Bericht: Dieter Weißbach


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Der seltene Bub Tischbahn SVT von 1937 im Bahnhof TRIXSTADT


Zu den seltensten Tischbahn-Zügen gehört der Bub SVT von 1937.

Die Firma Karl Bub, damals als KB gemarkt, gehörte in den 1930er Jahren zu den größeren deutschen Spielwarenherstellern und hatte sich 1932 aus der Konkursmasse der Bing-Werke einen Großteil der Werkzeuge der Eisenbahnproduktion gesichert, aber zunächst nicht genutzt. Erst ab 1935 bot Bub eine Neuauflage von einfachen Tischbahnen auf der Grundlage der Bing-Tischbahn wieder an.

In der Mitte der 1930er Jahre waren die neuen Schnelltriebwagen sehr populär, die von Berlin ausgehend SVT-Verbindungen zu den großen Städten herstellten. SVT ist die Abkürzung der Deutschen Reichsbahn für Schnell-Verbrennungsmotor-Triebwagen, oft wird auch verkürzt von Schnelltriebwagen gesprochen.

Im KB-Katalog von 1937 wird auf dem Titelblatt ein SVT – Schnelltriebwagen gezeigt, im Katalog wird dann tatsächlich ein Miniatur-Schnelltriebwagen angeboten.

Dieser Bub SVT ist den Schnelltriebwagen der Deutschen Reichsbahn Bauart Hamburg (Serienausführung) bzw. Bauart Leipzig recht gut nachgebildet, die ab 1935 in Dienst gestellt wurden. Das zweiteilige Bub-Modell ist 42 cm lang, das dreiteilige Modell sogar 59 cm. Damit hat sich Bub schon recht deutlich vom reinen Spielzeug in Richtung maßstäblicher Modelle bewegt.

Bis zum Jahr 2001 gab es in Sammlerkreisen keinerlei Beleg, dass der Bub SVT überhaupt gebaut oder gar verkauft wurde. Inzwischen war die Existenz von nur drei Exemplaren bekannt:

  • ein zweiteiliges Exemplar in der Schweiz,
  • ein zweiteiliges Exemplar in Süddeutschland und
  • ein dreiteiliges Exemplar in der kompletten Zugpackung in Norddeutschland.


Überraschenderweise tauchten im April 2015 Teile eines vierten Exemplares (zwei Triebwagenhälften ohne Antriebsgestell sowie Gleisstücke mit Mittelleiter inkl. des Anschlussgleises) in einer Internetauktion auf.


Im Dezember 2016 konnte ein dreiteiliges Exemplar mit erneuertem Fahrwerk im langen grauen Originalkarton im Dresdener Raum erworben und nach Norddeutschland überführt werden.


Im Oktober 2013 hatten wir das Vergnügen, ein Exemplar des Bub SVT auf unserer Historischen Modellbahnausstellung in Berlin zu bewundern. Von dieser Ausstellung stammen die ersten vier Bilder dieses Beitrages.


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Der Bub SVT von 1937 im Bahnhof TRIXSTADT, etwas mehr von der Seite.

Dieser Zug lief sehr gut auf den TRIX EXPRESS Bakelitgleisen; auch die Weichen passierte er ohne Probleme. Lediglich die Maximalspannung von 14V des TRIX EXPRESS-Transformators war etwas zu gering, der SVT ist für 18V ausgelegt.


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Andächtig betrachten zwei Sammler das seltene Stück. Der Herr im Hintergrund schaut demonstrativ zur Seite und vermittelt den Eindruck, als ob der Bub SVT nichts Besonderes sei …


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Beide Triebwagenhälften und das Antriebsgestell des Bub SVT von der Seite.


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Zum Vergleich: der TRIX EXPRESS 20/58 von 1937

Der Bub SVT ist sehr formschön gestaltet und bereits in dieser Hinsicht gegenüber dem TRIX EXPRESS Triebwagen 20/58 durchaus konkurrenzfähig.




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Titelblatt des Bub-Kataloges 1937 (Ausschnitt)

Der Bub SVT wird im Bub Katalog 1937 erstmals vorgestellt. In den folgenden Bub-Katalogen 1938 und 1939 fehlt er jedoch bereits wieder. Vielen Dank an Patrick für die Bereitstellung des Katalog-Scans.


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Bub Katalog 1937, Seite 12 (Ausschnitt)

Der Preis des Bub SVT lag bei nur RM 7,50 bzw. RM 8,75 (nur der zwei- bzw. dreiteilige Zug). Mit Gleisanlage und Transformator lagen die Preise bei RM 21,- bzw. RM 22,50

Für den TRIX EXPRESS Triebwagen 20/58, der zur Leipziger Herbstmesse 1937 erschien, wurden RM 25,- verlangt (ohne Gleisanlage). Somit war der Bub SVT auch deutlich preiswerter.


Die extreme Seltenheit des Bub SVT deutet aber darauf hin, dass er nur für sehr kurze Zeit verkauft wurde und dann sofort wieder vom Markt genommen wurde. Dies ist kaufmännisch nicht zu erklären. Wenn ein Unternehmen ein konkurrenzfähiges Produkt fertiggestellt hat, muss es verkauft werden, allein schon um die hohen Kosten für die Entwicklung und den Werkzeugbau zu erwirtschaften.

Die Frage ist nun, was die Firma Bub dazu bewogen hat, diesen schönen SVT nach der Vorstellung 1937 nicht weiter anzubieten. Es scheint, dass Bub mit sehr guten Argumenten überzeugt wurde …


Weitere Bilder und Informationen zum Bub SVT findet man in folgender Veröffentlichung:

Karl Bub Tischeisenbahn 1935 – 1939 Spur 00
von Rainer Haug
2014 im Selbstverlag erschienen






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