1938/1939 – Weiterentwicklung des TRIX TWIN-Sortimentes


Nach ihrer Übersiedlung nach Großbritannien im Juni 1938 arbeiteten die Alteigentümer Stephan Bing, Hermann Oppenheim und Siegfried Kahn in enger Zusammenarbeit mit W.-J. Bassett-Lowke konsequent am Ausbau des britischen TRIX TWIN-Programms weiter. Mit dem Vertrag von April 1938 verpflichteten sie sich zur Abnahme von Lokomotiven aus deutscher Produktion. Lokomotiven nach deutschen Vorbildern konnten in Großbritannien Ende der 1930er Jahre aber kaum noch verkauft werden, deshalb wurden auch für die neuen 2 C 1 Fahrwerke der 20/57 bzw. 20/59 Tauschgehäuse nach britischen Vorbildern entwickelt. Aufgrund der britischen Einfuhrbestimmungen erhielten diese Fahrwerke einen Schleiferdeckel mit der Gravur „Motor foreign“.

Ende 1938 / Anfang 1939 entstanden zunächst zwei neue große Schnellzuglokomotiven, denen passende Schnellzugwagen beigefügt wurden:

  • LMS 4-6-2 Princess maroon-farben mit passenden Scale Coaches
  • LNER 4-6-2 Flying Scotsman apple green mit teakholz-farbenen Scale Coaches

Kurz vor Kriegsbeginn 1939 folgte eine dritte Schnellzuggarnitur:

  • LMS 4-6-2 Coronation maroon-farben mit passenden Scale Coaches (mit Schürzen versehen)


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Die “Coronation”, eine englische Stromlinienlok der LMS auf dem Fahrgestell der deutschen 20/59 mit passenden Wagenin der “Presentation Box”.

Das TRIX TWIN-Modell der Coronation wurde nach einer besonderen Vorbildvariante realisiert: Ein kompletter Zug wurde im Jahr 1938 von Großbritannien in die USA verschifft, um auf amerikanischen Strecken Werbefahrten unternehmen zu können. Zu diesem Zweck erhielt die Lokomotive einen großen Scheinwerfer und eine Glocke nach dortigen Vorschriften. Die übrigen in Großbritannien eingesetzten Lokomotiven waren nicht maroon-farben, sondern blau lackiert. Die TRIX-Coronation konnte kriegsbedingt nur in einer kleineren Auflage produziert werden und ist heute entsprechend nachgefragt.


Im Herbst 1939 folgten zwei weitere 4-4-0 Lokomotiven nach typisch britischen Vorbildern:


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Die LNER 4-4-0 Hunt Class „Pitchley“ wurde als apple green-farbene Epresszuglok oder als schwarze mixed traffic Lok angeboten.


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Die LMS 4-4-0 Compound wurde als maroon-farbene Epresszuglok oder ebenfalls als schwarze mixed traffic Lok geliefert.


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Die 4-4-0 Dover der Southern Railways in einer weiteren schönen “Presentation Box”

Diese Presentation Box war für Ende 1939 geplant, konnte aber nicht ausgeliefert werden. Der Zug der Southern Railways besteht aus der 4-4-0 Dover, einem Pullman Scale Coach und zwei grünen Southern Scale Coaches (maßstäbliche Reisezugwagen). So hätte die Zugpackung 1939/40 aussehen können, der Beginn des Zweiten Weltkriegs stoppte jedoch die im TRIX TWIN-Katalog 1939 angekündigte Auslieferung.

Der Zug im Bild wurde durch Replika und Repaintings rekonstruiert. Die Gussformen für das Lokgehäuse waren 1939 bereits fertiggestellt, wurden aber zunächst nicht genutzt. Ende der 1950er Jahre erinnerte man sich wieder an dieses Lokmodell und lieferte die Dover für kurze Zeit in BR-Lackierung auf einem Gleichstromfahrgestell. Viele Jahre später fertigte Franz Nowack von diesem Gehäuse Abgüsse für das 4-4-0 Wechselstromfahrgestell. Die Lok und die Scale Coaches wurden in den Southern-Farben von John Hopkinson lackiert.



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