Ein recht vollgepackter Gleisplan mit TRIX EXPRESS Bakelitgleisen, so sahen viele Modelleisenbahnen in den 1950er Jahren aus. Die Anlage hat die Außenmaße 260 x 115 cm.
Das TRIX EXPRESS Bakelitgleissystem
Das Bakelitgleissystem von TRIX EXPRESS wurde erstmalig 1935 auf der Leipziger Frühjahrsmesse vorgestellt und bis 1957 in den Katalogen angeboten. Auch in einer Preisliste von 1958 wird es noch gelistet. Eine wichtige Neuerung zeichnete das TRIX EXPRESS-Gleissystem damals aus: Der Böschungskörper war nicht mehr aus Blech, sondern aus dem Werkstoff Bakelit gefertigt. Bakelit ist ein duroplastischer Kunststoff auf der Basis von Phenolharz, der nach Auslaufen des Patentschutzes 1927 für viele Produkte verwendet wurde. Die Bakelit-Böschungskörper der Gleise wurden von der PAG Presswerk AG in Essen gefertigt und zugeliefert. Da Bakelit nicht elektrisch leitet, konnte das TRIX EXPRESS-Gleismaterial drei voneinander isolierte Schienen aus gebogenen Weißblech aufnehmen. Dies war die Voraussetzung für den Zweizugbetrieb auf einem Gleis.
Der Gleisradius wurde mit rd. 34 cm so gewählt, dass die Anlage auf einen Tisch passt: eine Tischbreite von 80 – 85 cm genügt für ein einfaches Gleisoval. Bei einer Tischbreite von 90 – 95 cm kann bereits ein Ausweichgleis eingeplant werden. Die Maße der TRIX EXPRESS-Bakelit-Gleiselemente stimmen exakt mit den Maßen der Bing-00-Tischbahn-Gleiselemente überein. Kein Zufall, waren doch Stephan Bing und Siegfried Kahn beim Entwurf beider Tischbahnen beteiligt.
Das TRIX EXPRESS Bakelitgleissystem kommt mit relativ wenigen Grundelementen aus. Dennoch kann man bereits sehr vielfältige Bahnanlagen damit gestalten.
| Katalog-Nummer | Bezeichnung | Maße, Besonderheiten |
| 20/1 | Volle Gerade | 183 mm |
| 20/2 | (nicht verwendet) | |
| 20/3 | Viertel-Gerade (annähernd) | 47 mm |
| 20/4 | Volle Gebogene | R 342 mm, 30 Grad |
| 20/5 | Halbe Gebogene | R 342 mm, 15 Grad |
| 20/9 | Kreuzung (spiegelsymetrisch) | 183 mm, 30 Grad |
| 20/28/R | Weiche rechts | 183 mm; R 342 mm, 30 Grad |
| 20/28/L | Weiche links | 183 mm; R 342 mm, 30 Grad |
| 445/R | TTR-Weiche rechts | 136 mm; R 342 mm, 30 Grad |
| 445/L | TTR-Weiche links | 136 mm; R 342 mm, 30 Grad |
Die TRIX EXPRESS-Weichen wurden sowohl mit Handantrieb (20/7) als auch mit elektromagnetischem Antrieb (20/28) produziert. Die englische Partnerfirma TTR konstruierte nach dem Zweiten Weltkrieg die besondere Weichenvariante mit verkürztem Stammgleis (445, im Bild oben rechts). Das Stammgleis ist nur 136 mm lang, kann aber mit der Viertel-Geraden (47 mm) auf die volle Länge von 183 mm ergänzt werden.
Neben diesen Grundelementen gibt es einige Spezialgleise, die auf der “vollen Geraden” basieren. Dazu gehören:
- 20/11 Anschlussgleis
- 20/12 Entkupplungsgleis
- 20/16 Entladegleis (für die TTR-Förderbrücke)
- 20/13 Trenngleis (mit getrenntem Mittelleiter)
- 20/205 Gleis mit Prellbock
Auch von der “Vollen Gebogenen” wurden Varianten abgeleitet: das gebogene Anschlussgleis 20/10 und das gebogene Trenngleis 20/14.
Der Parallelgleisabstand im Bahnhof, der durch Kombination der Weichen, der Kreuzung oder der “Vollen Gebogenen” entsteht, beträgt 91 mm. Die Breite des Lichtraumprofils in der Geraden muss für die Wechselstrom-Lokomotiven mit 50 mm angesetzt werden. Am weitesten ragen die Zylinder und die Bürstenkappen nach außen. Dies bedeutet, dass Mittelbahnsteige zwischen Gleisen im o.g. Parallelgleisabstand von 91 mm eine Breite von 40 mm erhalten dürfen. Die Höhe der Bahnsteige darf beim Bakelitgleissystem 20 – 24 mm betragen.
Die Schienenoberkante liegt beim Bakelitgleissystem 13 mm über der Platte. Wenn nur Dampflokomotiven und die Elektro-Lokomotiven 20/55 mit feststehenden Stromabnehmern eingesetzt werden sollen, müssen Brücken und Tunnel eine lichte Durchfahrhöhe von 90 mm über der Platte erhalten. Bei Elektro-Lokomotiven mit funktionsfähiger Oberleitung ist eine größere Durchfahrhöhe vorzusehen, die von der Bauart der Oberleitung abhängt.
Das TRIX EXPRESS-Bakelitgleis wurde vom 1953 vorgestellten TRIX EXPRESS-Pappschwellengleis (damals als Modell-Gleis bezeichnet) abgelöst. Die Grundmaße der Gleiselemente blieben wiederum gleich, es kamen aber weitere Gleiselemente hinzu (ein zweiter Bogenradius, verschiedene kürzere Gleiselemente, eine Doppelkreuzungsweiche). Zum Übergang zwischen dem Bakelitgleis und dem Pappschwellengleis wurde das Übergangsgleis 20/15P angeboten, das eine angeschrägte Böschung aus Presspappe erhielt.
Vom Bakelitgleis existieren einige Varianten, die vermutlich in der Zeit vor, während und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg produziert wurden und auf Lieferengpässe bei Materialien oder Ersatzfertigungen hindeuten:
- Bakelitkörper mit Maserung, vermutlich zuwenig Farbstoffe dem Phenolharz beigefügt
- Bakelitkörper mit nach außen gedrehtem Fuß
Erwähnenswert ist, dass für die Tischbahn GEWIS (Tschechoslowakei, frühe 1950er Jahre) das TRIX EXPRESS Bakelitgleis nachgebaut und für die Tischbahn Pico Express (frühe DDR) ein ähnliches Bakelitgleis gebaut wurde.
Gleisplangestaltung am Computer
Es gibt inzwischen viele Programme, mit denen Gleispläne am Computer gestaltet werden können. Einige dieser Programme können sogar als “Freeware” kostenfrei aus dem Internet heruntergeladen werden. Eins dieser Freeware-Programme ist der Trackplanner von Georg Wächter.

Beim Trackplanner handelt es sich um eine einfache und schlanke Lösung, die aber bereits die wesentlichsten Anforderungen erfüllt. Gleispläne lassen sich sehr schnell zusammenklicken und man kann seine eigenen Gleiselemente, soweit noch nicht in einer Gleisplanbibliothek vorhanden, schnell definieren. Man kann sehr schnell feststellen, ob eine angedachte Gleisfigur grundsätzlich “passt” und kann ebenso schnell die Ausmaße (notwendige Plattengröße) ermitteln. Kleinere Ungenauigkeiten können durch eine begrenzte Flexibilität des Gleissystems ausgeglichen werden. Das Programm ist sehr gut für Tischbahnfreunde geeignet, die für die nächste Ausstellung eine Anlage entwerfen wollen.
Der Gleisplan am Anfang dieser Seite wurde nach einer historischen Vorlage schnell mit dem Trackplanner nachgebildet.
Wer Interesse an dieser Freeware-Lösung hat, kann sich hier informieren:
Trackplanner-Homepage von Georg Wächter
Zurück zur Auswahl: TRIX EXPRESS Wiki


