Historische Modelleisenbahnen 14.03.2009

Bericht Dieter Weißbach, Bilder Guido Boragk, Dr. Florian Sachs und Dieter Weißbach


Eine Märklin-Lokomotive der großen Spur 1 von Heinz Schubert


Am 14.03.2009 konnten die TRIX EXPRESS Freunde Berlin zusammen mit den Märklin-Tischbahn-Freunden und der Schüler-Arbeitsgemeinschaft der Gustav-Heinemann-Oberschule eine besondere Veranstaltung organisieren und durchführen:


Historische Modelleisenbahnen

Ausstellung und Fahrbetrieb


Programmübersicht:

(1) alte Bahnen der großen Spurweite Spur 1 von Märklin, Bing und anderen (ca. 1920-1930)

(2) alte Bahnen der großen Spurweite Spur 0 von Märklin, Bing und anderen (ca. 1920-1939)

(3) die historische BING Tischbahnanlage Spur 00 von Hans-Peter Otto mit Uhrwerk und elektrischem Antrieb (1922 – 1932)

(4) die historische TRIX EXPRESS-Anlage Spur 00 von Dieter Weißbach (1935 – 1939)

(5) die historische Märklin-Anlage Spur 00 von Frank Ronneburg (1935 – 1939 bzw. bis 1960)

(6) die seltene MIGNON 10 mm Bahn von Dr. Florian Sachs (1947 – 1951)

(7) die seltene Löhmann-Präzix / Europa 13 mm Bahn von Dr. Florian Sachs (1948 – 1950)

(8) alte PICO EXPRESS-Bahnen Spur 00 von Dr. Florian Sachs (1949 – 1951)

(9) die seltene GEWIS-Bahn aus der CSSR Spur 00 von Dr. Florian Sachs (1950 – 1952)

(10) der lange TRIX EXPRESS-Zug von Wilhelm Schwarz (ca. 1975 – 2000)

(11) aktuelle Module der Schüler AG der Gustav-Heinemann-Oberschule rund um den Bahnhof Zoo (1982 – 2009)

(12) die kleine Märklin miniclub Bahn Spur Z der Schüler AG der Gustav-Heinemann-Oberschule (ca. 1972 – 2009)


Die Entwicklung der Modelleisenbahnen von den alten Tinplate-Bahnen bis zur modernen Modelleisenbahn wurde am Beispiel von zwölf Stationen chronologisch geordnet dargestellt.

Am Anfang gab es die großen Bahnen der Spurweiten 1 und 0 aus lackiertem Blech, die zunächst noch mit Uhrwerk angetrieben wurden. Wenig später wurde der Lichtstrom von der Hausbeleuchtung verwendet und mithilfe von Lampenwiderständen direkt in die sogenannten Starkstrombahnen eingespeist. Dieses gefährliche System wurde 1927 verboten, danach wurde der Strom mit Transformatoren oder Spannungswandlern auf ungefährliche Spannungen herunter transformiert.

Im Jahr 1922 kam die BING Tischbahn in der Spurweite 00 (heute als H0 bezeichnet) auf den Markt. 1935 folgten in der gleichen Spurweite die Modelleisenbahnen TRIX EXPRESS und Märklin, die beide im Wettbewerb zahlreiche technische Besonderheiten auf den Markt brachten und dieses Hobby bis zum Ausbruch des Krieges populär machten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in Westdeutschland zwei Versuche mit sehr kleinen Bahnen, die heute besonders selten und kaum noch bekannt sind. Die Löhman-Präzix-Bahn und die MIGNON-Bahn sind besondere Raritäten, die selten zu sehen sind.

In Ostdeutschland gab es nach dem Krieg eine eine große Vielfalt an Herstellern, die versuchten, an die Vorkriegsentwicklung anzuknüpfen. Der PICO EXPRESS von 1949 ist ein Beispiel hierfür.

Die Modellbahn-AG der Gustav-Heinemann-Oberschule zeigt mit ihren Schaustücken die moderne Modelleisenbahn der Spur H0 und eine Bahn der kleinen Spur Z.


Der Mensa-Raum der Schule erwies sich als hervorragend geeignet für diese tolle Veranstaltung. Mit einer Größe von rd. 275 qm bot er genügend Platz für Ausstellung und Fahrbetrieb. Nachdem die Tische gerückt waren, begann der Aufbau der Exponate und Anlagen.


Eine klassische Tinplate-Bahn von Bing in der Spur 0, vorgestellt von Wolfgang Rudorff


Ein herrliche Überraschung war die große Stromlinienlokomotive auf Basis der Zeuke FD50.


Einige Sammlerfreunde stellten Ausstellungsstücke im Vorfeld zur Verfügung oder bereiteten Anlagen und Fahrzeuge erstmalig für eine öffentliche Vorführung vor. Unser Dank gilt Heinz Schubert und Wolfgang Rudorff für ihre Beiträge zu den Spuren 1 und 0.

Am frühen Nachmittag traf zusätzlich eine Gruppe von schwer bepackten Spur 0-Tinplate-Freunden um Gerhard Apelt und Dr. Uwe Rieger ein, die u.a. eine verlängerte Stromlinien-FD50 (Zeuke Modell auf 2´C1´umgebaut), selbstgebaute Akku-Triebwagen in Tinplate-Bauweise und viele andere schöne Fahrzeuge zum Einsatz brachten.


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Die Bing Tischbahn-Anlage von Hans-Peter Otto ist legendär und vielen bereits aus der Bildfibel bekannt. Die Bing Tischbahn war das wichtige Bindeglied in der Entwicklung von den großen Fußbodenbahnen zur modernen Tischbahn.


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Die bekannte TRIX EXPRESS Wechselstrom-Anlage wurde von Dieter Weißbach, seinem Sohn Sebastian und Guido Boragk vorgeführt. Diesmal gab es aufgrund der organisatorischen Vorbereitungen der Ausstellung zwar kaum Neues zu sehen, aber der Fahrbetrieb lief mit den alten Wechselstromlokomotiven zuverlässig wie erwartet.


Guido hatte als kleine Überraschung ein altes Erzgebirge-Dorf mitgebracht. Außerdem stellte Guido eine schöne Sammlung von Bahngebäuden der Firma Pflugbeil aus Seiffen/Erzgebirge aus.


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Unsere Märklin-Tischbahnfreunde um Frank Ronneburg hatten diesmal tief in die Vitrinen und Originalschachteln gegriffen und auf ihrem Tisch eine richtig tolle Tinplate-Anlage aufgebaut. Es gab den Stuttgarter Bahnhof mit drei Bahnsteighallen zu sehen. Auf den Metallgleisen fuhren viele Besonderheiten. Neben den bekannten SK800-Varianten gab es verschiedene andere tolle Sachen zu bestaunen, so z.B. eine maroon-farbene LMS-Lok.


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Auch Dr. Florian Sachs hatte erneut in seine Raritätenkisten gegriffen und viele besondere Stücke mitgebracht: die Mignon-Bahn, die Löhmann-Bahn, PICO EXPRESS und GEWIS aus den Jahren kurz nach dem zweitem Weltkrieg. Im Bild sind fünf Stromlinienlokomotiven ME 101 von Pico Express in unterschiedlichen Lackierungen zu sehen.


Wilhelm Schwarz zeigte mit seinem langen Zug, wozu TRIX EXPRESS-Fahrer fähig sein können. Auf der Tischlänge von rd. 7,50 m wurde diesmal ein Zug mit 70 sechsachsigen Wagen und 420 Wagenachsen befördert. Neben den bekannten Taigatrommeln kamen auch umgebaute Dampflokomotiven zum Einsatz, so u.a. die viel bestaunte Gelenk-Dampflokomotive vom Typ Garrat.


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Wolfgang Peißker und die Schüler-AG der Gustav-Heinemann-Oberschule holten für die Veranstaltung Module des Bahnhof Zoo in Spur H0 und eine kleine Spur Z-Anlage aus dem Lagerräumen in den Ausstellungsraum. Außerdem sorgten fleißige Helfer der Schule mit Kaffee, Kuchen und Kaltgetränken für das leibliche Wohl der Gäste. Sehr gut angenommen wurden die Pausentische in der Mitte des Raumes.


Die Veranstaltung wurde in der Presse und durch Handzettel und Plakate bekannt gemacht und war erfreulich rege besucht. Am Ende des Tages waren alle Beteiligten geschafft aber glücklich. Selten gab es soviele unterschiedliche und interessante Bahnen in einem Raum zu sehen. Viele neue Kontakte wurden über Spurweiten- und Markengrenzen hinweg geknüpft und viele Ideen für zukünftige Veranstaltungen dieser Art wurden angedacht. Wenn man berücksichtigt, dass die Idee für dieses Projekt erst am Abend des 14.02.2009 entstanden ist und nur vier Wochen Vorbereitungszeit verfügbar waren, kann man mit dem Erfolg sehr zufrieden sein.


Deshalb von dieser Stelle unser Dank an alle, die diesen Tag möglich gemacht haben. Dies wird sicher nicht die letzte Veranstaltung sein, in der Freunde der alten Modelleisenbahnen unterschiedlicher Marken und Spurweiten zusammenkommen werden. Die nächste Veranstaltung ist bereits geplant: die Ausstellung im Lokschuppen des Anhalter Bahnhofs vom 11.06. bis 14.06.2009


Weitere Bilder sind auf der Homepage unserer Märklin-Tischbahn-Freunde zu finden.



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