1914 – Nürnberg, die Spielzeug-Metropole

Dieter Weißbach, Berlin, Februar 2010

Neu 16.05.2021: Weitere Quellen und neue Dynamische Karte der Spielwarenhersteller verlinkt.

Neu 31.05.2026: Geschichtskapitel weiter ergänzt



Im Jahr 1914 verfügte die Nürnberger Spielwarenfirma Bing über rund 5.000 Beschäftigte und war das weltweit größte Unternehmen in dieser Branche. Zum Vergleich: die Göppinger Firma Märklin zählte zur gleichen Zeit 600 Beschäftigte. Neben Bing waren in diesem Jahr viele weitere Spielzeugeisenbahnfirmen wie Bub, Carette, Falk, Kraus Fandor und Planck sowie Spielwarenverleger ohne eigene Fertigung in Nürnberg ansässig. Viele dieser Spielzeug-Firmen befanden sich im jüdischen Besitz.

Nürnberg war der wichtigste Spielzeugstandort der Welt, Nürnberg war die Spielzeug-Metropole.


Übersicht :

1. Nürnberg war die Handwerks-Hochburg im Heiligen Römischen Reich
2. Die Entwicklung der Nürnberger Spielzeughersteller bis zum Ersten Weltkrieg
3. Die Entwicklung der Nürnberger Spielzeughersteller nach dem Ersten Weltkrieg




1. Nürnberg war die Handwerks-Hochburg im Heiligen Römischen Reich

Nürnberg besitzt eine lange Tradition als geschätzter Standort des mittelalterlichen Handwerks und des Handels.

Nürnberg entstand als Siedlung um 850, erlangte um 1050 Stadtrechte und war bereits im frühen Mittelalter ein bedeutender Ort mit Marktrecht. Nürnberg besaß ab 1000 mit der Burg einen wichtigen Stützpunkt im Heiligen Römischen Reich und war Reichsstadt, unterstand also direkt dem König bzw. Kaiser. Im Nürnberger Heilig-Geist-Spital wurden von 1424 bis 1997 die Reichskleinodien aufbewahrt, die bei fast allen Krönungen präsentiert wurden.

Um 1500 gehörte Nürnberg zu den größten Städten im Heiligen Römischen Reich. Damals war Prag mit rd. 70.000 Einwohnern die prachtvolle kaiserliche und königliche Residenzstadt. Köln besaß um 1500 rd. 45.000 Einwohner und war seit der Antike eine wichtige Handelsmetropole und Sitz mächtiger Erzbischöfe. Nürnberg besaß ähnlich wie Augsburg, Lübeck und Magdeburg rd. 30.000 – 40.000 Einwohner und war die Handwerks-Hochburg im Reich.

Nürnberg befand sich an der Via Imperii; einem wichtigen Handelsweg, der Mitteleuropa mit der Ostsee und mit Italien verband. Eine weitere wichtige Verbindung, die Goldene Straße bzw. Via Carolina verband Nürnberg mit Prag.

Durch die verkehrsgünstige Lage an den Handelswegen konnten wichtige Rohstoffe über große Entfernungen nach Nürnberg gelangen, im Gegenzug konnten die begehrten Nürnberger Produkte versandt werden. Die Reichsstraßen boten einen gewissen Schutz, es musste aber dennoch mit Wegelagerern und Überfällen gerechnet werden. Die Tagesleistung eines Frachtwagens lag bei max. 50 km. In den Nachtpausen mussten die Wagen sicher abgestellt und die Zugtiere versorgt werden.

Der Standortvorteil wurde durch die Nürnberger Börse noch verstärkt.

Die Nähe der Stadt Nürnberg zu den Eisenbergwerken und Eisenhütten u.a. im Amberger Raum (Oberpfalz) begünstigte die Entwicklung der Eisen-verarbeitenden Handwerke. Bis 2002 wurde in der Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg Stahl erzeugt. Im Erzgebirge wurden neben Silber u.a. auch die begehrten Erze für Kupfer, Zink und Zinn gefördert, die für Messing und Bronze benötigt werden. Kupfer gelangte sogar aus dem Mittelmeerraum nach Nürnberg.

Zu den Erzeugnisse des Eisenhandwerks gehörten u.a. Waffen, Messerklingen, Rüstungen, Kanonen und Fuhrwerksbeschläge. Als Nürnberger Besonderheit entwickelte sich das Rotschmiede-Handwerk, die Verarbeitung von Messing und Bronze. Dieses „gesperrte Handwerk“ durfte nur in Nürnberg ausgeübt werden. Beispiele dafür sind u.a. Mörser, Bechergewichte und kunstvolle Leuchter. Bald entstanden mechanische Kunstwerke, wie die ersten transportablen Uhren, die ihre Antriebsenergie nicht mehr aus Gewichten, sondern aus Federn bezogen („Nürnberger Ei“, um 1550).

Die von Martin Luther 1517 ausgelöste Reformationsbewegung traf in Nürnberg auf großen Zuspruch. 1524 bekannte sich die Bürgerschaft zur neuen Lehre, wodurch sich Spannungen mit dem katholischen Haus Habsburg entwickelten.

Die jüdische Bevölkerung Nürnbergs war im Mittelalter und in der beginnenden Neuzeit mehrfach von Ausweisungen, Verfolgungen und Pogromen betroffen, allein 1298 wurden über 600 jüdische Bürger ermordet. In Nürnberg wurde erst wieder 1850 eine jüdische Ansiedlung zugelassen, die sich aber schnell entwickelte und u.a. im Bau von zwei Synagogen sichtbar wurde. 1871 zählte die jüdische Gemeinde rd. 1800 Mitglieder.

Der Dreißigjährige Krieg 1618 – 1648 traf auch Nürnberg schwer. Die Stadt versuchte zunächst, sich neutral zu halten, wurde aber doch noch in die Kampfhandlungen hineingezogen. Durch Krieg und Seuchen halbierte sich die Einwohnerzahl nahezu, der Handel wurde gelähmt, die Verschuldung nahm drastische Ausmaße an. Die nach der französischen Revolution beginnenden Feldzüge und Besetzungen führten schließlich 1806 zum Ende der Reichsstadt und zur Eingliederung in das Königreich Bayern. Dennoch blieben die geschickten Handwerker weiter in Nürnberg ansässig, die aber weiterhin in den Zünften organisiert waren.




2. Die Entwicklung der Nürnberger Spielzeughersteller bis zum Ersten Weltkrieg

Nürnberg ist weltweit bekannt als Spielzeugstadt: „Nürnberger Tand geht in alle Land“.

„Nürnberger Tand“: Kleinspielzeug aus Holz, Metallguss und Blech, das vom 16. bis 19. Jahrhundert in Nürnberg und Umgebung gefertigt wurde und, vor allem auf Jahrmärkten, von reisenden Händlern verkauft wurde. (1)


Die Nürnberger Spielzeugtradition beginnt bei den „Dockenmachern“ (Puppenmachern) des Mittelalters. Holz war der typische Werkstoff. Sie setzt sich ab 1750 bei den Zinnfiguren-Herstellern fort, die sich hier ansiedelten und ihre Fertigkeiten im gegenseitigen Wettbewerb entwickelten.

Schon im 18. Jahrhundert war Nürnberg Hauptsitz der Spielwaren-Verleger (Großhändler). Hier hatten auch viele Händler ihren Firmensitz, die in Heimarbeit hergestellte Produkte in abgelegenen Regionen (z.B. Holzspielzeug im Erzgebirge) aufkauften oder aufkaufen ließen. Durch die wirtschaftliche Macht der Verleger wurden die Preise der kleinen produzierenden Familienbetriebe kontrolliert. Erst spät bildeten sich Genossenschaften gegen die Ausbeutung.

Um 1800 wurde Spielzeug meist noch aus Holz hergestellt. Handwerklich erstelltes Blechspielzeug entstand ab 1825 (Trompeten, Puppengeschirr, Maultrommeln, Schellen etc.), war aber aufgrund der aufwändigen Einzelanfertigung noch relativ teuer. Noch regelten die strengen Zunftordnungen die Ansiedlung von Handwerkern und erschwerten die Gründungen neuer Gewerbe.

In Preußen konnte 1810 im Zuge der Stein-Hardenbergschen Reformen die Gewerbefreiheit eingeführt werden, damit entfielen dort die Zwänge des mittelalterlichen Zunftwesens. In Bayern wurde die Zunftordnung 1861 abgeschafft, in Württemberg 1862. Diese Liberalisierung war eine wichtige Voraussetzung für die Fertigung von Waren mit mehrstufigen Produktionsabläufen in Fabriken.

Der Handel war um 1840 noch sehr mühsam. Kleinere Waren wurden auf dem Rücken getragen, auf Karren gezogen oder von Reitern transportiert. Sogar Hunde wurden als Zugtiere verwendet. Größere Transporte konnten nur mit Fuhrwerken über die schlechten Straßen oder mit Kähnen über die schiffbaren Flüsse oder die ersten Kanäle erfolgen und waren sehr zeitraubend.

Ab 1800 wurden die ersten befestigten Straßen nach dem Vorbild der französischen Chausseen gebaut. Der Bau von Chausseen oder gar Kanälen kam aber durch die hohen Kosten nur sehr langsam voran. Außerdem wurden Abgaben für die Benutzung der Straßen und Kanäle sowie Zölle für die Durchquerung der vielen kleinen Fürstentümer erhoben.

Friedrich List (1789 – 1846) war ein Ökonom und Visionär, der für die Liberalisierung des Handels in Deutschland eintrat und sich für eine deutsche Zollunion einsetzte.
Außerdem kritisierte er die Schwerfälligkeit der deutschen Verwaltung und wurde dafür sogar 1822 zu Festungshaft verurteilt. Er beobachtete die Entwicklung der neuen Eisenbahnen in England und in Amerika und forderte bereits 1833 ein gesamtdeutsches Eisenbahnnetz.

Die erste Eisenbahn in Deutschland wurde 1835 mit dem Adler zwischen Nürnberg – Fürth eröffnet. Die Bedeutung dieses neuen Verkehrsmittels wurde durch die Regierungen nicht erkannt. Der Bau der Eisenbahnen wurde zunächst durch private Investoren und Gesellschaften vorangetrieben. Erst mit der fortschreitenden Entstehung eines zusammenhängenden Streckennetzes sowie mit der Durchbindung der Züge über die meist privaten Bahngesellschaften wurden die Vorteile der Eisenbahn ab 1860 wirksam. Mit den Militärtransporten von Truppen und Nachschub im deutsch-französischen Krieg 1870/71 wurde der Reichsregierung endgültig die Bedeutung der Eisenbahn bewusst.

Die Gründung des Deutschen Reiches 1871 und der Wegfall der vielen Länder- und Kleinstaaten-Grenzen erleichterten den Handel spürbar. Gleichzeitig wurde die Gewerbefreiheit auf die restlichen Teile des Reichsgebietes ausgedehnt. Mit Ausdehnung der Industrialisierung konnte nun auch Spielzeug in großen Stückzahlen und zu günstigen Preisen produziert werden. Dies erleichterte den Transport von Personen und Gütern (auch Spielwaren) über größere Entfernungen und begünstigte den Handels- und Fertigungsstandort Nürnberg erneut.

Mit der Eisenbahn entstand ein neues populäres Thema, das als Spielzeug nachgebildet werden konnte. Bereits mit den ersten großen Eisenbahnen wurden Verkleinerungen der Lokomotiven in geringer Stückzahl als Demonstrationsobjekte für die zu überzeugenden Herrscher und Geldgeber gebaut. Sofort griffen die Nürnberger Zinngießer dieses Thema auf und begannen mit dem Nachbau. Wenig später wurden Eisenbahnmotive auch aus Blech gefertigt. Sowohl die Zinnguss- als auch die ersten Blech-Eisenbahnen besaßen noch feste Räder. Im nächsten Schritt bekamen die Spielzeugeisenbahnen drehbare Räder – die sogenannten Bodenläufer waren entstanden. Schienen wurden noch nicht gefertigt.

Um 1800 wurde vom französischen Militär eine Lösung gefordert, Lebensmittel haltbar und leichter transportierbar zu machen. 1810 folgte in England das Patent der Konservendose. Hierfür wird Weißblech benötigt, verzinntes Stahlblech, im englischen Sprachraum als Tinplate (!) bezeichnet. Während bislang Eisenblech handwerklich hergestellt wurde, entstanden nun große Kaltwalzwerke, um den enormen Bedarf an verzinnten Stahlblech industriell liefern zu können. In Deutschland spezialisierte sich die Eisenhütte Rasselstein bei Koblenz auf die Stahlproduktion und konnte 1835 sogar die Schienen für die erste deutsche Eisenbahnstrecke Nürnberg – Fürth (!) in der notwendigen Qualität liefern. Rasselstein konnte ab 1856 Weißblech liefern und entwickelte sich zum größten Weißblechproduzenten der Welt. Das industriell hergestellte Weißblech wurde bald eine wichtige Grundlage für die Spielzeugfertigung.

Um 1850 wurde auch hier (in Nürnberg) die Technik des Metalldrückens (ein Umformverfahren, um z.B. Schüsseln und Töpfe herzustellen) heimisch, was die Gründung einiger, handwerklich orientierter Betriebe zur Folge hatte. 1861 wurde die Zunftordnung, die jedem Handwerksberuf ein genau umrissenes Tätigkeitsfeld zuwies, aufgehoben. Gab es zu dieser Zeit bereits 241 blechverarbeitende Betriebe in Nürnberg, wuchs ihre Zahl jetzt ständig und 1900 gab es in Nürnberg und Fürth genau 148 Unternehmen, die Blechspielzeug herstellten. Mittlerweile hatte auch die Maschinentechnik ihren Einzug gehalten und neben vielen Kleinbetrieben mit unter fünf Beschäftigten gab es bereits große Hersteller wie z.B. Bing, dessen Belegschaft 1914, mit Heimarbeitern, auf 5000 beziffert wurde. (1)


Nach 1861 wurden in Nürnberg einige bekannte Unternehmen gegründet, die für Spielzeugeisenbahnen bekannt waren, darunter: Johann Andreas Issmayer, Ernst Planck, Keim & Co und Gebr. Bing.

Mit der Einführung der Leipziger Muster-Messe im Jahr 1895 änderte sich die Produktions- und Handels-Struktur grundlegend. Die Produkte wurden nun in Listen, Katalogen oder Musterbüchern beschrieben und in gleichbleibender Ausführung hergestellt, bis sie durch ein Nachfolgeprodukt ersetzt wurden. Die Abnehmer konnten nun anhand der Listen und Kataloge zusätzliche Stückzahlen im Laufe des Jahres nachbestellen, die erst dann produziert und geliefert wurden. Vorher, auf den sogenannten Warenmessen, wurden die produzierten Waren direkt verkauft, wie auf einem Marktplatz.

Gleichzeitig vollzog sich von 1890 bis 1900 der Wechsel von der handwerklichen Kleinserienfertigung zur industriellen Spielzeug-Produktion. Die „Nürnberger Art“ verschaffte den Unternehmen durch niedrige Produktionskosten einen weiteren Wettbewerbsvorteil:

  • Das Blechspielzeug wurde bislang durch Handfertigung (Ausschneiden und Löten der Blechteile, Handlackierung) sehr aufwändig produziert.
  • Der Übergang zur Chrom-Lithographie, zum Stanzen, Falzen und Verlaschen der Blechteile ermöglichte eine kostengünstige Produktion großer Stückzahlen. Damit verbunden waren allerdings hohe Investitionskosten.

Der technologische Vorsprung und die niedrigen Produktionskosten der Nürnberger Firmen führte dazu, dass viele ausländische Händler für ihre eigenen Märkte hier produzieren ließen. So ging ein Großteil der Eisenbahnen der Firma Bing in den Export. Die Produkte waren meist nach ausländischen Mustern und Vorbildern gestaltet, z.B. nach englischen Bahngesellschaften in ihren typischen Farbgebungen und Beschriftungen.

Die Firma Bing gibt 1908 in ihrem Katalog an, dass sie mit 3000 Beschäftigten die größte Spielwarenfabrik der Welt sei; 1914 lag diese Zahl bereits bei 5000 Beschäftigten. Zum Vergleich: Das Unternehmen Märklin hatte 1914 nur 600 Beschäftigte.




3. Die Entwicklung der Nürnberger Spielzeughersteller nach dem Ersten Weltkrieg

Der Erste Weltkrieg stellte auch für die Spielwarenfabrikanten eine existenzbedrohende Zäsur dar. Einerseits wurde die Verfügbarkeit der Materialien und Arbeitskräfte eingeschränkt. Anderseits wurden Partnerschaften mit ausländischen Unternehmen aufgekündigt und die Exportmärkte brachen weg.

Nach dem Ersten Weltkrieg sorgte die wirtschaftliche Not und die einsetzende Hyperinflation 1923 für große Absatzschwierigkeiten im Inland. Die deutsche Bevölkerung war mit der bloßen Existenzsicherung beschäftigt, für Spielzeug konnte kaum Geld ausgegeben werden. Einige Fabrikanten mussten ihre Betriebe auflösen.

Ab 1924 kam nach Einführung der Rentenmark die deutsche Wirtschaft wieder in Gang. Dies führte auch zu einer Erholung des Inlandsmarktes für Spielzeug. Der Export insbesondere nach England und nach Amerika nahm weiterhin große Anteile ein.

Die meisten Nürnberger Spielzeugfirmen waren in den 1920er Jahren im Besitz jüdischer Familien. Neben Eisenbahnen wurden u.a. Schiffe, Militärspielzeug, Karussells, Kreisel, Spardosen und später Autos, Motorräder und Flugzeuge aus lithographierten Weißblech hergestellt.

In der zweiten Hälfte der 1920er Jahre erholte sich der Markt weiter. Nun wurden neben den bisherigen Uhrwerksbahnen auch immer mehr elektrische Eisenbahnen ins Programm aufgenommen. Viele Fabrikanten konnten ihre Produktionszahlen steigern, einige wie die Bing Werke AG konnten ihre Unternehmen sogar durch Aufkäufe kleinerer Betriebe erheblich vergrößern.




4. Nürnberger Spielzeugfirmen, die auch Spielzeug- oder Modelleisenbahnen herstellten

Aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg sind nur noch wenige andere deutsche Hersteller von Spielzeug- und Modelleisenbahnen bekannt, die nicht in Nürnberg ansässig waren: Märklin im württembergischen Göppingen, Rehse in Leipzig und Lehmann (damals nur mit sehr kleinem Eisenbahnprogramm) in Brandenburg.

Nürnberg war somit nicht nur das Zentrum der Spielzeughersteller, sondern auch das Zentrum der Spielzeug- und Modelleisenbahnhersteller. Nachfolgend werden die bekanntesten Nürnberger Firmen in Kurzform beschrieben, die mit der Herstellung von Spielzeug- oder Modelleisenbahnen beschäftigt waren (2), (3):

  • Arnold, Karl – gegr. 1906, zunächst nur Blechspielzeug, die Nürnberger Produktionsstätten wurden im Krieg zerstört, der Firmensitz bleib aber erhalten, Fortführung der Produktion im oberpfälzischen Mühlhausen, erst ab 1960 Produktion der ersten Modelleisenbahn in Spur N und dort viele Jahre wegweisend, 1995 Insolvenz und Übernahme durch Rivarossi, 2001 Schließung des Produktionsstandortes Mühlhausen, danach weitere Produktion in Italien, anschließend mehrere weitere Veränderungen.
  • Beckh KG, Ottmar – ab 1939 Fertigung von Blechspielzeug, von 1949 bis 1973 Fertigung von einfachen Kaufhauseisenbahnen
  • Billerbahn – gegründet 1935 von Hans Biller, einem ehemaligen Mitarbeiter der Bing-Werke, zunächst Fertigung von uhrwerksgetriebenem Blechspielzeug, ab 1948 Fertigung von Blecheisenbahnen nach dem Vorbild der Feld- und Trümmerbahnen in Baugröße 0e (Spurweite 16,5 mm), 1977 Zahlungsunfähigkeit, 1980 Löschung der Firma.
  • Bing, Gebrüder – gegr. 1863, 1879 erste Eisenbahnen, viele Jahre weltweit größter Spielzeughersteller, Aufbau eines großen Firmengeflechts, großes Sortiment in den Spuren 1 und 0, ein großer Anteil der Produktion geht in den Export, zusätzlich auch Vertrieb von Produkten anderer Firmen wie Carette und Issmayer, 1922 bis 1932 erste Spielzeugeisenbahn in Spur 00 (Bing Tischbahn), 1927 Ausscheiden von Stephan Bing aus der Unternehmensführung (der anschließend das neue Unternehmen TRIX aufbaut), 1929 in Folge des New Yorker Börsen-Krachs zahlungsunfähig und Zusammenbruch des Konzerns, 1932 Zwangsvergleich und Einstellung der Spielzeugproduktion, Übernahme von Werkzeugen und leicht modifizierte Fortführung von Teilen der Bing-Produktion durch Bub.
  • Bub, Karl (KBN) – gegr. 1851, ab 1905 Uhrwerkbahnen, bereits vor 1914 auch elektrische Bahnen in Spur 0, 1932 / 1934 Übernahme der Werkzeuge der Firma Bing und Fortführung der Produktion mit kleineren Veränderungen, nach dem Zweiten Weltkrieg gescheiterter Versuch mit Eisenbahnen in der Spur S (22 mm), anschließend Produktion von billigen Blechbahnen für Kaufhäuser, 1966 Auflösung der Firma, seit 2002 werden unter dem alten Markennamen BUB Automodelle nach historischen Vorbildern angeboten.
  • Carette, Georges – gegr. 1886, Fertigung von Eisenbahnen u.a. für den englischen Modellbahnpionier Wenman Joseph Bassett-Lowke, zum Kriegsausbruch 1914 muss der französische Firmengründer George Carette aus Deutschland nach Frankreich zurückkehren, 1917 endgültige Auflösung der Firma.
  • Concentra , Continentale Vertriebs Centrale Concentra AG – gegr. 1917 noch während des Ersten Weltkriegs als Vertriebsunternehmen der Bing-Werke, um nach Kriegsende den Absatz der Produkte im Ausland wieder beginnen zu können.
  • Distler, Johann – gegr. um 1895, Fertigung von einfachen Blechspielzeug, mit Wirkung zum 01.01.1936 mussten die jüdischen Besitzer die Firma an Ernst Voelk übertragen, das Unternehmen wird aber unter dem alten Namen Distler weitergeführt, nach dem Zweitem Weltkrieg Fertigung von einfachen Eisenbahnen für den Kaufhausverkauf, herausragend ist der leistungsfähige Elektromotor (unter dem Namen Distler-Motor bekannt), 1961 Einstellung der Distler-Produktion und Eingliederung in die Firma Trix, 1965 Firma erloschen.
  • Doll & Cie. – gegr. 1898, Fertigung u.a. von Dampfmaschinen, ab 1927 auch von Eisenbahnen, 1938 mussten die jüdischen Besitzern die Firma Doll an die Firma Fleischmann übertragen, aber zunächst Weiterführung des Markennamens Doll, ebenfalls 1938 Einstellung der Eisenbahnproduktion.
  • Falk, J. – gegr. vor 1898, Zusammenarbeit mit der Firma Schönner bzw. Produktionsfortführung, einfache Eisenbahnnachbauten des Storchenbeintypes, um 1935 Übernahme der Firma von den jüdischen Besitzern durch die Firma Planck.
  • Fischer & Co. – gegr. 1908, um 1930 billige aber nicht erfolgreiche Uhrwerksbahn, 1931 /32 Auflösung der Firma.
  • Fleischmann, Gebr. – gegr. 1887, zunächst nur Blechspielzeug, nach der Übernahme von Doll 1938 kurzzeitig Eisenbahnen in Spur 0, 1948 – 1953 erneut Modellbahnen in Spur 0 (Zweileiter Gleichstrom), seit 1952 Modellbahnen in Spur H0 (ebenfalls Zweileiter Gleichstrom), seit 1969 zusätzlich auch Modelleisenbahnen in Spur N, 2008 Übernahme durch die österreichische Modellbahn-Holding (Eigentümerin des Mitbewerbers Roco), anschließend Schließung des Stammwerkes in Nürnberg, Fortführung der Produktion in den Werken Heilsbronn (bei Ansbach) und Arad (Rumänien).
  • Grötsch KG, Georg (GGF, GGN) – Fertigung von Blechspielzeug und einfachen Blecheisenbahnen von 1956 bis 1970 in Fürth, von 1970 bis 1978 in Nürnberg.
  • Günthermann, Siegfried – gegr. 1877, erster Hersteller von Uhrwerksbahnen in Nürnberg (genauer Zeitpunkt unbekannt).
  • Haffner, Johann – kein Fabrikant für Spielzeugeisenbahnen, aber Ursprung des späteren TRIX-Werkes; Zinngießerbetrieb, 1838 in Fürth gegründet, 1898 nach Nürnberg verlegt und von Otto Bing geführt, 1925 von Andreas Förtner übernommen, 1928 von Stephan Bing und seinen Partnern gekauft und zur Vorbereitung der TRIX-Produktion ausgebaut.
  • Haffner, Konrad – laut Nürnberger Adressbuch von 1930 auch Produktion von Eisenbahnen (genauere Informationen über die Produkte werden noch gesucht; nicht verwandt mit Johann Haffner und seinen Nachfolgern).
  • Hess, Matthias – gegr. 1826, eine der ältesten Nürnberger Spielzeugfirmen, 1866 übernommen durch Sohn Johann Leonhard Hess, Bodenläufer ohne Antrieb und später Uhrwerksbahn, aber ohne Schienen.
  • Issmayer, Johann Andreas – gegr. 1818, eine der ältesten Nürnberger Spielzeugfirmen, um 1875 Fertigung von Uhrwerksbahn auf Schienen, vor dem ersten Weltkrieg enge Zusammenarbeit mit Bub und Carette, Vertrieb der Produkte über das Vertriebsnetz von Bing vor allem ins Ausland, nach dem Zusammenbruch des Bing-Konzerns 1929 verzeichnet diese nichtjüdische Firma erhebliche Absatzprobleme, 1932 letzter Firmeneintrag.
  • Keim & Co. – gegr. um 1920, 1937/38 Übernahme der Firma Kraus von den jüdischen Besitzern, in den 1950er Jahren kleines Programm einfacher Uhrwerksbahnen in Spur 0, 1960 Ende der Spielzeugherstellung.
  • Klein, Conrad – gegr. vor 1886, im Firmenadressbuch 1886 Angebot nicht näher beschriebener Eisenbahnen, 1914 Auflösung der Firma.
  • Kraus, Josef & Co. (Fandor) – gegr. 1910, spezialisiert auf die Fertigung von Uhrwerks- und später elektrischen Bahnen in den Spuren 0 und 1, 1933 emigriert der jüdische Firmengründer in die USA, 1937/38 Übernahme der Firma Kraus durch die Firma Keim, 1939 zu Kriegsbeginn Produktionseinstellung, Werk im Krieg zerstört.
  • Lehmann, gegr. 1881 in Brandenburg, zunächst nur Blechspielzeug, erst 1951 nach Nürnberg umgesiedelt, ab 1968 Produktion der LGB Gartenbahn, 2007 von Märklin übernommen und Produktion verlagert, 2009 Schließung des Nürnberger Standortes.
  • Planck, Ernst – gegr. 1866, 1882 Vorführung der ersten elektrischen Spielzeugeisenbahnen, nach dem ersten Weltkrieg Produktionsreduzierung auf einfache Storchenbein-Lokomotiven und Eisenbahnzubehör, in den 1930er Jahren infolge Zahlungsschwierigkeiten Übernahme durch die Gebrüder Schaller und Produktionsumstellung auf Heimkinos.
  • Schoenner, Jean – gegr. 1875, Produktion von Dampfmaschinen und Eisenbahnen, Firma wurde vermutlich vor 1913 aufgelöst, vermutlich hat die Firma Falk die Produktion fortgesetzt.
  • Trix – 1928 übernahmen Stephan Bing und andere nach dem Ausscheiden aus der Bing-Gruppe den Nürnberger Spielzeugfabrikanten „Andreas Förtner, J. Haffner´s Nachfolger“ mit dem großen 1907 von Max Erlanger erbauten Fabrikgebäude Bärenschanzstraße 131 / Führter Straße 98, 1931 wurde der neue Metallbaukasten herausgebracht, 1935 wurde unter der Bezeichnung TRIX EXPRESS die erste vollwertige Modelleisenbahn in der Spur 00 auf der Leipziger Frühjahrsmesse vorgestellt und sofort auf den Markt gebracht, zeitgleich wird die Firmierung „TRIX – Vereinigte Spielwarenfabriken Nürnberg – Andreas Förtner, J. Haffner´s Nachfolger“ verwendet, 1937 wurden erstmals nahezu maßstäbliche Lokomotiven und Wagen angeboten, 1938 musste das Unternehmen angesichts einer drohenden Enteignung durch das Nazi-Regime von den jüdischen Besitzern an Ernst Voelk verkauft werden, gleichzeitig führte Stephan Bing zusammen mit seinen Partnern die Entwicklung der TRIX-Variante TTR – TRIX TWIN RAILWAY in England weiter, 1941 wurde die Spielzeugproduktion in Deutschland eingestellt und 1948 wieder aufgenommen. Nach dem Krieg kam es zu Verhandlungen und Ausgleichsleistungen zwischen Ernst Voelk und den Alteigentümern, zwischen den deutschen und englischen TRIX-Werken erfolgte eine Kooperation bei Produktion und Vertrieb, 1953 wurde die Stromversorgung in Deutschland von Wechsekstrom auf Gleichstrom umgestellt, ab Mitte der 1950er Jahre kam es zu einer Zusammenarbeit mit Willi Ade (Einführung von Plastik-Gehäusen), in der ersten Hälfte der 1960er Jahre gab es eine Kooperation mit Rivarossi (Austausch von Fahrzeugen), 1964 wurde auch von TRIX ein eigenes Modelleisenbahnsortiment in Spur N (Minitrix) eingeführt, im selben Jahr wurden auch erstmals Fahrzeuge für das internationale Zweileiter-System angeboten, danach mehrfache Eigentümerwechsel, 1997 wurde das Unternehmen vom langjährigen Göppinger Konkurrenten Märklin übernommen, 2009 wurde nach der Märklin-Insolvenz der Standort Nürnberg geschlossen, die Marke TRIX H0 wird für das Zweileiter-Gleichstromsystem weitergeführt.
  • Wimmer, Heinrich (HWN) – gegr. 1920, zunächst Blechspielzeug, nach dem Zweiten Weltkrieg auch Produktion einfacher Blecheisenbahnen und Zubehör in den Spuren H0 und 0 für den Vertrieb in Kaufhäusern, 1969 Übernahme der Firma durch Ernst Wimmer, 1976 Auflösung der Firma.

Auch im nahegelegenen Fürth gab es einige Blechspielzeugfabrikanten, Spielzeugeisenbahnen traten dort aber nicht in den Vordergrund.


Die Entwicklung der Nürnberger Spielzeug- und Modellbahnhersteller nach dem Ersten Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg mussten fast alle Spielzeugfirmen Rüstungsmaterial fertigen. Danach mussten die verlorenen Exportmärkte wieder aufgebaut werden, was aber dank guter Qualität und Preiswürdigkeit rasch gelang. (1)

Nach dem Ersten Weltkrieg verschwanden einige Firmen, da der deutsche Markt für Spielzeug und Spielzeugeisenbahnen angesichts großer Versorgungsengpässe, Massenarbeitslosigkeit und der Geldentwertung (Inflation 1922/1923) zunächst nur geringe Absatzmöglichkeiten bot.


Im Jahr 1922 führte Bing vorrangig für den Export nach England mit der neuen Bing Tischbahn (16,0 mm Spurweite, entsprach der späteren Spur 00) eine neue Spielzeugbahn ein. Diese Bahn passte, wie der Name versprach, auf einen kleinen Tisch und konnte bereits in nennenswerten Stückzahlen verkauft werden.

Nach dem New Yorker Börsenkrach 1929 setzte die Weltwirtschaftskrise ein, deren Folgen viele Unternehmen nicht überstehen konnten. Besonders betroffen war das große Unternehmen Bing, das schließlich zerschlagen wurde.


Zur Leipziger Frühjahrsmesse 1935 kam die neue Nürnberger Marke TRIX EXPRESS als erste vollwertige Modelleisenbahn in der Spur 00 hinzu, mit der die Tradition der Firma Bing fortgesetzt wurde.

Spätestens 1937/1938 mussten dann unter dem Druck des Nazi-Regimes viele Firmen von ihren jüdischen Besitzern an deutsche Unternehmen verkauft werden.

Der Zweite Weltkrieg bedeutete für fast alle Hersteller die vollständige Zerstörung ihrer Produktionsstätten durch Luftangriffe. Trotzdem ging man sofort an den erfolgreichen Wiederaufbau, bei dem allerdings viele ehedem bekannte Namen fehlten, nämlich die der jüdischen Fabrikanten, die nach 1933 vom Nazi-Regime systematisch zur Aufgabe ihres Gewerbes gezwungen worden waren. (1)


Bis zum Zweiten Weltkrieg war die Leipziger Messe der wichtigste Marktplatz der Spielwarenhersteller. Nach Kriegsende ergaben sich mit der Zuspitzung des Ost-West-Konfliktes erhebliche Behinderungen der innerdeutschen Handelsbeziehungen. Für den westdeutschen Markt fand daher im Frühjahr 1950 die erste Deutsche Spielwarenmesse in Nürnberg statt. Diese Fachmesse wurde 1958 zur „Internationalen Spielwarenmesse Nürnberg“ erweitert und ist heute die weltweit bedeutendste Fachmesse ihrer Art.

Nach dem zweiten Weltkrieg setzten die Firmen Bub, Distler und TRIX die Modelleisenbahnherstellung in Nürnberg fort. Neu hinzu kamen zunächst die Firma Lehmann, die aus Brandenburg nach Nürnberg umsiedelte und ab 1968 das LGB-Gartenbahnprogramm produzierte, sowie die Firma Fleischmann, die zunächst in der Spur 0 produzierte und ab 1952 ein neues Programm in der Spur H0 begann. Die alte Nürnberger Firma Arnold brachte 1960 die erste Modelleisenbahn in der kleinen Spurweite N auf den Markt.


Nach zahlreichen Betriebschließungen, Übernahmen und Produktionsverlagerungen gibt es seit 2009 am Traditionsstandort Nürnberg keine Fertigung von Modelleisenbahnen mehr. Für die Marken Lehmann und TRIX wird seit diesem Zeitpunkt bei Märklin in Göppingen sowie im Ausland produziert. In der Umgebung von Nürnberg stellt sich die Situation wie folgt dar:

  • Für die Marke Arnold Rapido wurde bis zur Schließung 2001 im oberpfälzischen Mühlhausen gefertigt, danach im Ausland.
  • Für die Marke Fleischmann (heute im Besitz der deutsch-österreichischen Modelleisenbahn Holding GmbH) wird im kleineren Umfang noch vor den Toren von Nürnberg in Heilsbronn (bei Ansbach) oder ebenfalls im Ausland produziert.
  • Für das Unternehmen Liliput-Bachmann wurde im Jahr 1992 eine gemeinsame Entwicklungs- und Vertriebszentrale in Altdorf (südöstlich von Nürnberg) eingerichtet.
  • Schließlich ist seit wenigen Jahren die Firma NPE Modellbau GbR in Wilhermsdorf (nordwestlich von Nürnberg bzw. westlich von Fürth) tätig und bietet auch für das TRIX EXPRESS-System Fahrzeuge an.



Literaturhinweise:

  • (1) Die Textauszüge im weißen Kasten wurden dem Buch Lexikon Blech-Spielzeug von Kurt Harrer, 1982, Alba-Verlag Düsseldorf, entnommen.
  • (2) Die Informationen zu den frühen Herstellern von Spielzeug- und Modelleisenbahnen stammen unter anderem aus dem Buch Mit Uhrwerk, Dampf und Strom von Gustav Reder, 1970, Alba-Verlag Düsseldorf.
  • (3) Die bislang umfangreichste Übersicht zu den Spielwarenfabrikanten stammt von Jürgen Cieslik: Lexikon der deutschen Blechspielzeug-Industrie, Verlag Marianne Cieslik, Jülich 2014, ISBN=978-3-921844-73-1.

Weitere Informationen zu diesen und anderen Quellen sind in der Unterseite TRIX EXPRESS Literatur zu finden.


(4) Zur Geschichte der Nürnberger Spielzeugfirmen sei auch auf die sehr informative Internetseite Zinnfiguren – Bleifiguren von Bernhard J. Schwarz verwiesen, der umfangreiches Quellenmaterial ausgewertet und auf seiner Seite dokumentiert hat.


(5) Stefan Röttgen hat eine gute Übersicht der Nürnberger Hersteller von Zinnfiguren und Blecheisenbahnen (1840 bis 1940) mit den Betriebsadressen zusammengestellt.


(6) Im Maetrix-Forum haben wir begonnen, auf der Basis einer OSM-Karte die Standorte der Spielwarenhersteller zu digitalisieren.



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